Ästhetik beim Mann

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen
in Stuttgart auf jameda

Wie sieht nun das männliche Schönheitsideal im Lauf der jüngeren Geschichte aus?

Der ideale Mann war 1880 dünn und eher intellektuell. Von 1895 an kam das griechische Ideal wieder: groß und breitschuldrig. Diese beiden Bilder haben bis in die 1980-er Jahre miteinander konkurriert- also sozusagen Gary Cooper mit Arnold Schwarzenegger. Heutzutage ist eher der männlich-markante Typ angesagt, zu dem übrigens auch eine entsprechende Körperhaltung gehört, unabhängig zunächst vom Körperbau.

Dieses männlich-markante Gesicht ist gekennzeichnet durch eine kräftige Knochenstruktur im Bereich des Kinns und Unterkiefers, deutliche Augenbrauenwülste und eher tief liegenden Augen; eine kräftig ausgebildete Kaumuskulatur scheint die Attraktivität zu erhöhen. Diese Maskulinität sollte jedoch nicht im Sinne eines „super-hero“ übertrieben sein, da dies in Zusammenhang mit zu vielen männlichen Sexualhormonen und damit unerwünschten Persönlichkeitsmerkmalen gebracht wird. Die Perrett-Studie von 1994 gibt darüber hinaus an, dass ein gewisser Grad an Feminisierung bei einem männlichen Gesicht attraktiv ist, um eben diese Persönlichkeitsmerkmale auszuschließen.

Zeichen des Alterns haben beim Mann in unserer heutigen Gesellschaft noch einen anderen Stellenwert, als bei der Frau. Was macht es aus, dass uns Frauen beim männlichen Geschlecht Falten und Fältchen eher ansprechen, dass graue/ grau melierte Haare als Zeichen von Lebenserfahrung und Reife interpretiert werden? Gehen wir Frauen des 21. Jahrhunderts dabei etwa der Evolutionsgeschichte auf den Leim, die uns gelehrt hat, dass durch entsprechende Partnerwahl das Überleben unserer Gene und Nachkommen gesichert werden muss? So, wie für einen Mann das Überleben seiner Nachkommen bei einer jungen, also faltenfreien, gesunden Partnerin gesichert ist?
Oder ist es der Ödipus-Komplex, der uns immer wieder danach streben lässt, den eigenen Vater zu verführen? Diese Fragen sollen lediglich ein Denkanstoß sein, deren Beantwortung hier zu weit führen würde.

Die Kosmetikindustrie hat sich dem Thema Männerschönheit bereits intensiv angenommen. Es gibt viele Produktserien auf dem Markt, die speziell für Männer entwickelt wurden, was wichtig und richtig ist. Denn die männliche Haut stellt aufgrund eines unterschiedlichen anatomischen Aufbaus und einer anderen hormonellen Situation andere Anforderungen als die weibliche Haut. Im Vergleich zum Gesamtmarkt ist der Umsatz mit Pflegeprodukten für den Mann noch bescheiden. Was die Branche jedoch begeistert, sind die Perspektiven.

Der Mann bietet großes Wachstumspotential. Nach Aussage vom ehemaligen Beiersdorf-Chef Thomas-Bernd Quaas, Hersteller der Serie „Nivea for Men“ bietet der Mann ein großes Wachstumspotential. Global sind die Umsätze in diesem Bereich seit 2000 auf über 20 % gestiegen. Seitdem Beiersdorf spezielle Produkte für die männliche Gesichtspflege eingeführt hat, verzeichnet der Konzern jedes Jahr zweistellige Zuwachsraten.

Aber was ist nun anders beim Mann im Vergleich zu einer weiblichen Patientin?

„Die Männer sind vom Mars, die Frauen von der Venus“. John Gray behandelt in seinem erfolgreichen Buch die psychosozialen Unterschiede der Geschlechter. Was die ästhetische Chirurgie angeht, scheinen die verschiedenen Geschlechter ebenfalls von verschiedenen Planeten abzustammen. Männer sind problematischer zu operieren, leichter zufrieden zu stellen, weniger zur Mitarbeit bereit und scheinen häufiger Komplikationen zu haben. Die Beratung eines männlichen Patienten ist meiner Meinung nach einfacher: Ein Mann möchte gewisse technische Details erfahren, über Risiken und Komplikationen korrekt aufgeklärt werden und dann trifft er seine Entscheidung relativ zeitnah.

Die physischen Unterschiede des Mannes stellen in der ästhetischen Chirurgie eine größere Herausforderung dar: die männliche Gesichtshaut ist normalerweise dicker und stärker durchblutet; Farbunterschiede durch Sonnenschäden oder erweiterte Äderchen, vor allem im Wangenbereich sind stärker ausgeprägt. Typisch männliche Probleme, wie ein zurückgehender Haaransatz, dünner werdendes Haar oder Haarlosigkeit machen es schwieriger ein natürliches Ergebnis zu erzielen, zumal Narben weniger gut durch eine entsprechende Frisur oder Make-up kaschiert werden wollen und können. Zusätzlich ist das Bindegewebe stärker vernetzt, was eine Fettabsaugung am Hals schwieriger macht.

Es gibt auch psychische Unterschiede in der Toleranz und Akzeptanz von Stress (intraoperativ) und Veränderung sowie in der Patientenführung. Frauen haben keine Probleme damit regelmäßig in die Sprechstunde zu kommen. Für Frauen ist es von Beginn der Pubertät an normal sich durch neue Frisuren, Haarfarbe, Mode, Make-up zu verändern. Frauen wachsen damit auf; Männer tun sich da unter Umständen schwerer. Die Zeit der Rekonvalezenz mit ihren Unannehmlichkeiten und Symptomen wird von Männern schlechter akzeptiert.

Frauen wissen, dass man mit Make-up kleine Blutergüsse kaschieren kann; Männer wissen das meist nicht, oder schämen sich derlei Produkte zu kaufen, geschweige denn sich beraten zu lassen. All diese Dinge sollten präoperativ angesprochen und am besten dokumentiert werden; dann werden sie auch meist verstanden. Ein Durchschlag des Aufklärungsbogens wird dem Patienten ja meist mit nach Hause gegeben. Wenn Sie dann noch präoperativ ein zum Hauttyp passendes Make-Up auswählen, ist der Patient sicher bestens vorbereitet.

Die Motivation für einen ästhetischen Eingriff ist meist auch anders als bei Frauen. Während Frauen schöner werden wollen, wollen Männer jünger wirken. Auch bei Männern haben die Zeichen des Alterns ihre Grenzen, wie man am Beispiel Silvio Berlusconis sieht, der sich für ein Facelift entschieden hat. Man munkelt, dass er durch sein durchaus frischeres und jugendlicheres Aussehen erfolgreicher sein wird. Es wird sogar darüber diskutiert, ob er dadurch vermehrt Wählerstimmen bekommen wird.

Folglich kommt bei Männern ab einem bestimmten Alter Jugendlichkeit wieder ins Spiel- Jugendlichkeit in Verbindung mit Erfolg. Erfolg beeinhaltet sowohl beruflichen als auch privaten Erfolg, also bei der Partnerwahl. Aus der Sicht der Frau ist dies doch ein kleiner Erfolg in der Gleichheit der Geschlechter, das heißt, dass die Männer doch auch vom Alter eingeholt werden, ein Thema, welches in unseren Breiten bisher noch stiefmütterlich behandelt wird.

Unsere heutige Zeit ist schnelllebiger und auch Positionen im höheren Management sind häufig von kürzerer Dauer bzw. von Wechseln geprägt. Führungspersönlichkeiten müssen dynamisch, innovativ und damit auch jugendlich sein. Diese Jugendlichkeit wird durch einen nicht unbeträchtlichen Teil durch Äußerlichkeiten zum Ausdruck gebracht. Das Äußere vermittelt den ersten Eindruck; es hat zwar letztendlich wenig mit den eigentlichen Fähigkeiten zu tun, hat allerdings auf der psychologischen Ebene einen sehr hohen Stellenwert. Dieser äußere Eindruck entscheidet, ob mich jemand mitreißt und überzeugt, oder ob er dies nicht tut, weil er müde, abgespannt und konservativ aussieht. Deutschland steht hier erst am Anfang, sich dies zunutze zu machen; in den Vereinigten Staaten ist dies schon „gang und gäbe“. Übrigens würden nicht nur Manager davon profitieren, sondern auch unsere Politiker.

Meine Empfehlungen: Mimische Falten mit Botox minimieren, zu tiefe Nasolabialfalten, die auch bei Männern einen verhärmten Gesichtsausdruck vermitteln mit Hyaluronsäure ausgleichen; das geschieht mit minimal-Invasiven Mitteln und hat einen tollen Sofort-Effekt. Auch können mit Hyaluronsäure-Unterspritzungen jugendliche Formen und Proportionen rekonstruiert werden.

Mit einer Fettabsaugung am Hals kann ein Doppelkinn korrigiert werden, ein häufiges Problem von Männern in einem gewissen Alter. Dadurch erhalten Sie eine markantere UK- und Kinnkontur. Augenlidkorrekturen führen zu einem wacheren und frischeren Aussehen und last but not least, ist bei abgesunkenen Gesichtsstrukturen ein facelift angezeigt, was meine absolute Spezialität, auch bei Männern, darstellt.

Derzeit werden ca. 20 % aller ästhetisch-chirurgischen Eingriffe bei Männern durchgeführt. Wenn die gegenwärtige Entwicklung anhält, werden in 20 Jahren genauso viele Männer wie Frauen unter den Patienten sein. Die Gesellschaft erlaubt es ihnen gleichermaßen, in ihren dynamischen Alterungsprozess selbst einzugreifen.

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