Was ist Bruxismus?

Unter Bruxismus versteht man ein Krankheitsbild, bei dem bestimmte Regelgrößen in der Kommunikation zwischen Nerven, Muskeln, Kiefergelenk und Gehirn über eine lange Zeit verschoben wurden. Bruxismus führt zur Hypertrophie der Kaumuskeln mit Kopf- Muskel- und oder Kiefergelenksschmerzen, Abrieb der Zahnhartsubstanz, ja sogar Schlafstörungen und Tinnitus sind möglich.
Bei Patienten mit Bruxismus und oder Kiefergelenksschmerzen in der Anamnese, die mit herkömmlichen Therapiemöglichkeiten alleine nicht erfolgreich behandelt werden können, stellt die Behandlung mit Botulinumtoxin eine erfolgversprechende zusätzliche, eventuell auch nur vorübergehend notwendige Therapiemöglichkeit dar.

Wie wirkt Botox?

Botox blockiert an den Nervenendigungen die Freisetzung von Acteylcholin, einem Botenstoff. Dadurch wird die Erregungsüberleitung auf den Muskel blockiert. Es hat also keine direkte, sondern eine indirekte schmerzstillende Wirkung. Zusätzlich hemmt es die Freisetzung von Eiweißen, die an der Entstehung von Entzündungsreaktionen sowie an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzen beteiligt sind. Dadurch wird die übermäßige Empfindlichkeit des Nervensystems reduziert.
Die Idee ist, dass der Schmerzkreislauf durchbrochen wird und das sogenannte stomatognathe System (Zähne, Kaumuskulatur, Kiefergelenk, Zunge) die Chance hat, sich zunächst einmal wieder zu entspannen und dann Regelgrößen für Schmerz, Verspannung und Entspannung neu zu definieren; das System hat dadurch die Chance einen Reset zu machen. Es handelt sich nicht um eine ursächliche, sondern um eine symptomatische Behandlung.
Bei der Anamnese und Untersuchung gehe ich auf den Befund der Kaumuskulatur und die Krankengeschichte mit bisheriger Therapie ein. Eine funktionelle Untersuchung beim Zahnarzt mit Ausschluss von Störungen in der Okklusion (Zusammenbiss) sollte erfolgt sein. Auch eine entlastende Therapie mit einer Aufbissschiene ist wichtig. Da es verschiedene Formen von Bruxismus gibt, erfolgt hier eine genaue Einteilung und Diagnose.

Aufklärung und mögliche Nebenwirkungen

Da es sich um eine off-label-Behandlung handelt, besteht eine erhöhte Aufklärungspflicht.
Nebenwirkungen sind meist dosisabhängig und können sich als Bluterguss, vorübergehende Schwäche der mimischen Muskulatur, Muskelwülste, Kauschwäche oder fehlende Wirkung äußern.

Wie läuft die Behandlung ab und welche Kosten entstehen?

Nach der Desinfektion zeichne ich mir den Muskelbauch bei zusammen gebissenen Zähnen an und zeichne dann je nach Muskelgröße zwischen 5 und 6 Punkte pro Quadratzentimeter an. Ich verwende vor der Injektion Emla-Salbe zur Betäubung, weshalb die Behandlung nicht schmerzhaft ist.
Der Erfolg im Sinne einer Muskelentspannung tritt langsam ein; die volle Wirkung ist erst nach 14 Tagen da. Bis eine zusätzliche leichte Gesichtsverschmälerung sichtbar wird, dauert es 4 bis 6 Wochen. Die Wirkung hält dann ungefähr 3 bis 6 Monate an.

Bei medizinischer Indikation kann nach GOÄ (zwischen 300 und 400 €) abgerechnet werden.

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